Golf im Georgenthal: Wilde Taunus-Landschaft

29. Juni 2017 | Von | Kategorie: golfnews, reisen deutschland

Etwas versteckt liegt das Hofgut Georgenthal, zwischen Limburg und Wiesbaden, in der Gemeinde Hohenstein im hügeligen Untertaunus ja schon – aber es gibt Schilder. Doch gerade das macht es wohl aus, sich hier ganz abgeschieden vom Trubel des täglichen Tuns auszuruhen, zu entspannen – oder eben Golf spielen zu wollen. Hinein in ein von viel Grün und Wald umrahmtes Tal entwarf das Düsseldorfer Architekturbüro um Platzdesigner Christian Althaus ein neues Schmuckstück von Golfplatz, der Neugier weckt und seinen ganz eigenen Charme versprüht.

Malen nach Zahlen ist so viel einfacher als Golfplatzbau

Allein schon der Anblick der im Mai 2016 komplett eröffneten 18 Löcher weckt sofort die Lust, hier spielen zu müssen. Wem es nicht so geht, kann nur Nicht-Golfer sein. Am tiefsten Punkt des trichterförmigen Areals wartet das Vier-Sterne Superior Hotel Hofgut Georgenthal als geschichtsträchtige Basis auf seine Golfpilger, die den neuen Platz erforschen wollen. Die Rezeption des Golfclubs mitsamt Proshop ist in einem ehemaligen Pferdestall im Innenhof untergebracht – natürlich schick, modern, freundlich und völlig ohne den Geruch von altem Stroh.

Der Gedanke, das schon 1692 erbaute historische Hofgut mit einem Golfplatz zu umrahmen, der garantiert nicht langweilig und gar nicht im Mainstream-Stil angelegt sein sollte, kam von der Geschäftsführerin Brita Hankammer. Als Tochter von Heinz Hankammer, dem Gründer der bekannten Trinkwasserfilterfirma Brita mit Basis im nahen Taunusstein, wurde ihr Vorname auch zur Firmenbezeichnung.

Wer sich etwas ältere Fotos des Geländes um das Hofgut ansieht, erkennt nur seicht ansteigende Wiesen und Felder, auf den Anhöhen eingerahmt von Wäldern. Vor vielen Jahren war einmal geplant, auf dem Römersberg gegenüber des Hofgutes eine Abfalldeponie zu bauen. Glücklicherweise wurde daraus zum Schluß nichts. Heinz Hankammer hätte sonst sicher nicht die Umsetzung seines Jugendtraumes verwirklicht, das Hofgut Georgenthal zu kaufen und daraus ein luxuriöses Hotel zu erschaffen.

In der Übersicht: Gesamtes Areal und Platzlayout des Hofgutes Georgenthal - by Althaus Golfdesign

In der Übersicht: Gesamtes Areal und Platzlayout des Hofgutes Georgenthal – by Althaus Golfdesign

Und nun kommt diese Entwicklung auch den Fans des sportlichen Golfspiels zugute. Es gehört schon viel Fantasie, Einfallsreichtum und Mut dazu, auf diesen Schrägen einen Golfplatz zu erbauen. Und viel Arbeit, und viel Geld. Dem gefragten Architekten Christian Althaus (www.althausgolfdesign.de) standen nur rund 65 Hektar Gesamtfläche zur Verfügung. Nein, eigentlich sogar noch sehr viel weniger. Das gleicht für sonst mit großzügigen Ländereien als Planungsfundus verwöhnte Golfplatz-Designer in etwa dem Vorhaben, eine komplette Villeroy&Boch Badeinrichtung optisch wertig und sehr ansprechend in der Nische einer kleinen 1-Zimmer Appartementwohnung unterzubringen.

Für die final angedachten 18 Spielbahnen waren dann real nur 47 Hektar verfügbar, die nach den optimistischen Wünschen des damaligen Golfmanagers unbedingt auch einen kompakten Par 3-Platz, einen Pitchbereich, zwei große Puttinggrüns und eine üppige Driving Range beinhalten sollten. „Very nice to have“ und eine echte Aufwertung, aber eben raumfressend. Althaus blieb also nicht viel übrig, als sich marternde Gedanken um den Verlauf und die Linienführung der Fairways zu machen und musste sie irgendwie in das vorgegebene Korsett der geringen Fläche einpassen. Ein, wenn auch kürzerer, Par 70-Platz mit Championship-Ambitionen und alleingestelltem Layout sollte es denn aber trotzdem sein – und spannend dazu.

Platzbau und Planung mit Tücken

Das ehemalige, schlichte Ackerland wurde mit wirklich viel Aufwand in die Kontur geformt, wie es des Designers Masterplan vorgab. Berücksichtigt werden musste zusätzlich noch der unterirdische Verlauf mehrerer Pipelines, die grobe Geländebewegungen teils unterbunden hatten.

Besonders wichtig war es auch, den Obergermanisch-Raetischen Limes als Grenze des Römischen Reiches, der mit dem Status als UNESCO-Weltkulturerbe mitten durch das Gelände führt, auch optische Berücksichtigung finden zu lassen. Viele schwere Aufgaben, die es zu bewältigen galt. Und einer der beteiligten Platz-Shaper wie der weltweit renommierte Mark Turner, der auch mit im Boot war, schob mit seinen gesammelten Erfahrungen reichlich Boden hin und her.

Diesen Ausblick gibt es nicht ohne Arbeit: Das Grün der schwierigen Bahn 3 (Par 4) ist erst nach 377 Metern mit 35 m Höhenunterschied vom Tee erreicht

Diesen Ausblick gibt es nicht ohne Arbeit: Das Grün der schwierigen Bahn 3 (Par 4) ist erst nach 377 Metern mit 35 m Höhenunterschied vom Tee erreicht

Aber auch der allseits zu beachtende und gewünschte Naturschutz samt der opulenten Ressourcen, die zur Bewässerung eines Golfplatzes eben so nötig sind, brachten die Planer ins Grübeln. So wurden entgegen der Prämisse von Althaus gleich acht Wasserhindernisse integriert, die auch als Wasserspeicher dienen – und nötigenfalls über eine kostenintensiv gebaute Wasserleitung aus Holzhausen wieder befüllt werden könnten. Die satten Grüns und Spielbahnen sind also das Resultat aus der Bewässerung nur mit Boden- und Brauchwasser mittels einer modernen Beregnungsanlage mit über 600 Regnern: vorbildlich! Und damit die Spielsaison auch wirklich lange dauern kann, wurde – ganz wie in Schottland Usus – die wetterresistente Grassorte Festuca eingesät, die auch größtenteils ohne Pflanzenschutzmittel und Dünger auskommt. Schon bei meinem Besuch Ende April, trotz der Monate andauernden Kälte, waren alle nicht gerade langsamen Grüns und die Fairways in einem beneidenswert guten Zustand.

Auch fanden umfangreiche Renaturierungen auf dem Gelände statt, um der Natur etwas zurückzugeben. Obwohl das schon eher ein Bonus-Upgrade ist, denn vorher waren hier nur Äcker und Wiesen zu finden. So etwa wurden die schlichten Entwässerungsgräben wieder zu mäandernden, natürlichen Bachläufen geformt, die den Platz durchqueren. Und neben den Spielbahnen gab es neue großflächige Anpflanzungen von Magerrasenwiesen, die weder gewässert noch gedüngt werden müssen – sie wachsen einfach vor sich hin. Auch rund hundert heimische Streuobstbäume fanden hier auf mehreren Flächen einen neuen Lebensraum. Und die verarbeiteten Früchte gibt es dann im Hofladen des Hotels.

Total Recall: Jede Bahn im Kopf

Charakterzüge der Back-Nine in mehreren Ebenen und schmalen Fairways, gesehen vom 17. Abschlag mit der finalen Bahn 18 links vom Teich

Charakterzüge der Back-Nine in mehreren Ebenen und schmalen Fairways, gesehen vom 17. Abschlag mit der finalen Bahn 18 links vom Teich

Hier, auf dem Golfplatz um das Hofgut Georgenthal, spielt niemand durch gemein einengende Baumreihen wie beim klassischen Parkland-Design üblich. Aber auch ein wirklicher Links-Course weit entfernt der nächsten rauhen Meeresküste ist es hier im Taunus nicht, obwohl schon einige typische Merkmale Integration fanden.

Die Magerrasenwiesen mit ihren dünnen, hohen Halmen in den Schrägen und neben den Fairways haben etwas Mystisches, wenn sie sich im Wind wogen – und auch mal Bälle verschlucken! Althaus und den Shapern sind fast plan und eben verlaufende Fairways wohl ein Graus, was sie dazu brachte, allen Spielbahnen richtig wellige Oberflächen zu spendieren. Im Morgenlicht und der Abendsonne sieht das richtig toll und gar nicht langweilig aus. Nachteil: Da sehr viele der Bahnen auch noch Schräglagen aufweisen, wird häufiger ein Ball eben nicht dort zur Ruhe kommen, wo er nach dem Schlag vermutet wird – und sucht sich egoistisch seinen Weg ohne Rücksicht auf die dann folgenden Schwierigkeiten beim Weiterspiel. Kullert die Kugel gar in die bei einigen Bahnen mit Schiefergestein durchsetzten Schrägen neben der Spiellinie, droht eine Extraaufgabe, hier weiterzukommen.

Der gesamte Platz zeigt sich – absichtlich! – im Gewand einer etwas rauhen, teils kargen und etwas wilden Naturlandschaft. Und er gibt sich optisch viel naturbelassener als manch anderer geschniegelte Golfhotel-Kurs, auf dem die zahlenden Gäste keine schlechte Laune beim Spiel gebrauchen können und auch nicht haben wollen. Wer will denn schon in einem der vom Architekten stets passig platzierten 60 Bunker liegen, die mit hellem und butterweichem Sand gefüllt sind, aber so unartig zerzaust bewachsene Ränder haben?

Einigen wir uns von der gesamten Charakteristik des Golfplatzes Hofgut Georgenthal her also auf den Begriff «Links-ähnlich» … das passt.

Sich nach dem Spiel im virtuellen Clubhaus, der großen Kaminlounge inmitten des Hotels, oder auf der schön gemütlichen Hofterrasse über die Runde auszutauschen hat Althaus leicht gemacht. Sogar jetzt könnte ich mir jede der 18 Spielbahnen in Erinnerung rufen. Ziel erreicht, denn wo gibt es das sonst schon? Auch die bis zu 35 Meter Höhenunterschied pro Loch, bei dieser Geländestruktur fast zwangsläufig, bieten schöne Ausblicke und noch mehr Challenge beim Spiel.

Der Nebeneffekt, nach den drei Par 5-, zehn Par 4- und fünf Par 3-Spielbahnen ist, dass man den Par 70-Platz unbedingt nochmals bespielen möchte. Und nochmal, aber wieder anders und doch etwas strategischer durchdacht. Fair ist es, jedem Spieler mehrere Möglichkeiten zu bieten, das ersehnte Grün zu erreichen. Wer mutig ist und das entsprechende Spielpotential hat, schlägt den zweiten Schlag auch mal blind diagonal über eine Bunkeransammlung zum (eher selten) nicht sichtbaren Grün: Risk-and-Reward – klappt es, folgt die Belohnung. Vorsichtigere Spieler dagegen wählen den alternativen Weg drumherum. Es ist auf diesem Platz, bis auf Ausnahmen, sowieso nicht zwingend, andauernd einen Driver aus dem Bag zu ziehen. Eine zurückhaltendere Schlägerwahl kann durchaus weniger Dilemma-Momente zur Folge haben, wobei auch die Fairways querenden Entwässerungsgräben und an die Grüns angedockten Teiche scheinbar magnetische Wirkungen zeigen. Und üppig breit wie Autobahnen sind die welligen Fairways hier fast nie, sodass seitliche Abweichungen der Ballflugbahn schnell dazu führen, dass die Kugel ins seitliche Nirvana springt, sich hinterlistig im hohen Gras versteckt oder gar unspielbar in einer Steinansammlung liegt. Es ist also bestimmt kein Nachteil, sich für die Runde ein paar Bälle mehr einzustecken.

Einmal erreicht, beginnt das große Grübeln auf den Grüns. Die überwiegend nicht gerade winzigen Grüns haben bei ihrer Geburt alle sehr ausgeprägte Ondulierungen und Stufungen mit auf den Weg bekommen. Diese bewegten Oberflächen bereiten mit ihren Mehrfachbreaks wiederholt Kopfzerbrechen bei der Wahl der besten Puttlinie – schnurgerade Putts gibt es hier eigentlich nie. Zumindest aber machen es die sehr gepflegten Oberflächen etwas leichter.

Weitschweifender Ausblick vom Tee 13 über das untenliegende Grün und Hofgut auf die gegenüber aufsteigende Flanke des Platzes mit den Bahnen 3 bis 6

Weitschweifender Ausblick vom Tee 13 über das untenliegende Grün und Hofgut auf die gegenüber aufsteigende Flanke des Platzes mit den Bahnen 3 bis 6

Auf dem Golfplatz Georgenthal muss es niemandem peinlich sein, womöglich als Weichei dazustehen, statt Tragebag oder Trolley eines der nun brandneuen Carts mit GPS-Ausrüstung zu nutzen. Durch das stete Auf und Ab, besonders spürbar auf den ersten neun Löchern, ziehen sich die insgesamt 5.431 Meter (Herren: gelb) gefühlt wie Kaugummi und nagen doch etwas an der Kondition. Richtig gut werden die Spielbahnen auf einem großen Display in den neuen Carts dargestellt, denn die wurden aus eigenen Luftaufnahmen gerendert – realistischer geht es kaum. Und die 30 Euro Nutzungsgebühr pro Runde halten sich im Rahmen.

Viel Raum für Schwungübungen

Rund 420 Mitglieder (Stand: 04.2017) hat der Club in relativ kurzer Zeit schon für das Golfen im Georgenthal begeistern können, die nur zu geringem Anteil aus den umliegenden kleinen Orten stammen. Und damit sich die vielen Novizen sich auch ordentlich auf das Spiel auf dem „großen Platz” vorbereiten können, stehen wirklich gute Übungseinrichtungen zur Verfügung.

Rückwärtiger Blick über den 10. Abschlag zum Himalaya-Grün und dem Übungsbereich mit Driving Range

Rückwärtiger Blick über den 10. Abschlag zum Himalaya-Grün und dem Übungsbereich mit Driving Range

Die auch optisch schön angelegte Driving Range mit zum Wald hin aufsteigendem Ende bietet viele längenmarkierte Zielgrüns und Bunker, eine richtig breite und gut zur Landschaft passende Abschlaghütte macht das Training auch bei unschönem Wetter möglich. Mir als Hasser von eher nicht praxisnahen Abschlagmatten gefiel die üppige seitliche Zone, von denen auf Echt-Gras abgeschlagen werden konnte. Drängeleien wird es hier selten geben. Kleines Highlight: Hier wird nicht mit ordinären, gefühllosen und harten Standard-Rangebällen trainiert. Der Ballautomat spuckt nur nagelneue, schöne, gelbe Titleist Rangebälle aus. Einen Haken hat die Sache, denn als Folge daraus wurde die Benutzung von gelben Bällen auf dem Platz verboten. Mir gefällt so etwas nicht, denn deshalb, weil einige wenige „Smartgolfer” meinen, mit Rangebällen auch auf die Runde zu gehen, müssen andere unter dieser Regelung leiden (wenn sie denn lieber bunt spielen würden). Über dieses Thema schrieb ich schon vor Jahren an anderer Stelle einen Artikel .

Weiterhin bietet die Golfschule unter Headpro Richard Nömeier zahlreiche Kurse und Möglichkeiten für den Einstieg oder den Feinschliff für Fortgeschrittene an. Selbst weiter üben lässt es sich gut auf dem 3-Loch Par 3-Platz oder dem daneben liegen Pitchbereich mitsamt Bunker. Auch, wenn ein Putting Grün wohl ausreichen würde – im GC des Hofgutes gibt es gleich zwei davon. Eines davon trägt den Namen Himalaya Grün, in Anlehnung an das riesige mit Buckeln gespickte Putting Green in St. Andrews neben dem Old Course, und lässt es aufgrund der Größe zu, dass sich hier viele Spieler gleichzeitig an der stark ondulierten Oberfläche versuchen können. Nicht verkehrt, denn die Grüns auf dem Platz benötigen beim Putten auch viel Vorstellungskraft.

Greenfee & Co. – passt schon

Gastspieler werden im GC Hofgut Georgenthal nicht mit den nunmehr verbreiteten Greenfee-Aufschlägen bezogen auf fragwürdige Ausweiskennzeichnungen gequält, sondern eben freundlich als Gastspieler empfangen. Das 18-Loch Greenfee liegt wochentags bei 70 Euro, an Wochenenden und Feiertagen bei 90 Euro. Wer nur 9 Löcher spielen möchte oder kann, zahlt nur exakt die Hälfte – auch das ist nicht überall üblich. Zugegeben ist die Höhe des Greenfees kein Pappenstiel, doch erwartet den Gast hier ein top gepflegter Golfplatz, der ganz und gar nicht langweilig, sondern wirklich außergewöhnlich gestaltet ist.

Neben dem Eingang zur Clubrezeption prangt ein Golfern wohl nicht unbekanntes Schild, das den Golfclub als 5-Sterne Anlage ausweist. Dies ist für Gäste ein sehr guter Anhaltspunkt für den eingehaltenen Kriterienkatalog des BVGA (Bundesverband Golfanlagen), aber doch nur das Kennzeichen der Mitgliedschaft in einer Marketingkooperation (www.golfsterne.de). Wer also eine sehr gut geführte und bestens gepflegte Golfanlage besucht, die dieses Label nicht trägt, bedeutet es nicht automatisch, dass diese Anlage deshalb schlechter einzustufen wäre.

Über die Website des Hofgutes können Startzeiten auch just-in-time und direkt gebucht werden – das gefällt. Gäste des Hotels erhalten Nachlässe auf die Spielgebühren.

Stilvolles Wohnen im historischen Hofgut

Am tiefsten Punkt des offenen Geländes zwischen den aufsteigend umgebenden Golfbahnen liegt das Hotel Hofgut Georgenthal, das sich treffenderweise der Vereinigung Hotels auf dem Golfplatz (www.hotelsaufdemgolfplatz.com) angeschlossen hat – mehr Nähe zum Abschlag geht ja nun kaum.

Das im 17. Jahrhundert als Zehnthof erbaute Hofgut am Limes wurde Mitte der 90er Jahre durch die Familie Hankammer erworben und in aufwendiger Weise zu einem richtig anheimelnden Wohlfühl-Hotel umgebaut. Mit nur 40 gediegen eingerichteten Zimmern in mehreren Varianten, etlichen modernen Tagungsräumen, der großen und lichtdurchfluteten Kaminlounge als zentraler Gastronomie mit schönem Barbereich samt Raucherlounge im Wintergartenstil als auch Außenbewirtung zum Innenhof macht das sehr gepflegte Haus etwas her. Ein Touch der langen Geschichte schwingt hier überall mit. Es wurde eine gute Mixtur aus dem Charme der alten, aber frischen Gemäuer gepaart mit einer harmonisch gestalteten Inneneinrichtung gefunden, die einladend ist. Gewählte naturnahe Materialien stehen in schönem Einklang mit dem restlichen Interieur, Skulpturen und verteilt alte Stücke des täglichen Lebens aus der langen Vergangenheit des Hofgutes setzen Akzente, ohne dass es gekünstelt wirken würde. So wurde hier der Spagat aus aktueller Moderne und Erhaltung der Ursprünglichkeit perfekt gemeistert.

Torbogen zum Innenhof, im linken Trakt das Restaurant Giorgios samt Terrasse

Torbogen zum Innenhof, im linken Trakt das Restaurant Giorgios samt Terrasse

Wer sich gern auf die Pfade der Geschichte dieser Region begeben möchte, ist hier genau richtig. Nur 240 Meter südlich des Hofgutes lag die Grenze des Römischen Reiches, das sich vor 2000 Jahren über Europa, Asien und Afrika erstreckte. Und diese Grenze, die schon in der Antike Limes genannt wurde, verlief auch durch den Taunus und trennte die Mittelmeerwelt von der Welt der Germanen. In einem Trakt des Hotels hat Hofgut-Besitzer Heinz Hankammer auf eigene Kosten das Museum Limes im Hofgut – Regionalmuseum Rheingau Taunus eingerichtet und schon im Oktober 2005 eröffnet. Hier können originale archäologische Funde, informative Texte sowie großformatige Bilder und Landkarten mit Hintergründen als Veranschaulichung der Römerzeit täglich von 9 bis 21 Uhr betrachtet werden. Als Ergänzung für Wanderfreudige gibt es einen Rundweg zum Limes, der unmittelbar vor dem Tor des Hofgutes beginnt und dort auf großen Tafeln erläutert wird.

Wohlbefinden in Gastronomie und im Spa-Bereich

Oben das gemütliche Interieur des Restaurants Giorgios, unten die luftige Einrichtung der Kaminlounge

Oben das gemütliche Interieur des Restaurants Giorgios, unten die luftige Einrichtung der Kaminlounge

Im sehr sauberen, üppig dimensionierten Wellnessbereich des Hotels findet der Gast einen Indoor-Pool mit Ausgang zur Liegewiese, Sauna und auch einen Fitnessraum. Für die Schönheitspflege wartet das Clarins Beauty Spa, dem Körper Gutes zu tun und Entspannung bieten die Massage-Angebote geschulter Mitarbeiter.

Die zentral im Gebäude gelegene großzügige Kaminlounge ist ein Wandlungskünstler: Am Morgen wird hier in Buffetform das Frühstück serviert und lässt dabei gleich Blicke durch die großen Fensterfronten auf den Golfplatz zu. In der Mittagszeit können recht preiswert kleine Gerichte und Snacks aus der Tageskarte geordert werden, wie etwa auch die Haus-Currywurst (die gut geschmeckt hat). Clubmitglieder treffen sich hier an ihrem Stammtisch – golfende Gäste aber ebenso, denn ein autarkes Clubhaus existiert nicht. Zum Abend hin findet erneut ein kleiner Umbau statt, weil die Räumlichkeiten dann als Barbereich mit vielen Sitzmöglichkeiten zum Ausklang des Tages einladen.

Nach Golfen, Relaxen, arbeiten, Wandern oder Radfahren sollte auch die Kulinarik nicht zu kurz kommen. Mathias Finkler, als junger sympathischer Küchenchef des Restaurants Giorgios, empfängt die Gäste des Hauses mit seiner kreativen und jahreszeitlich passenden Speisenauswahl. Das Restaurant ist rustikal gemütlich eingerichtet und lädt auch zum längeren Verweilen ein – bei schönem Wetter ist die zugehörige Terrasse mit Ausblicken auf den Golfplatz eine perfekte Option. Aus der gut sortierten Weinkarte war der Primitivo di Manduria 2013 nicht nur mein Favorit, sondern auch der von Geschäftsführerin Brita Hankammer. Neugierige können sich die jeweils aktuelle Speise- und Weinkarte auch auf der Website des Hofgut Georgenthal schon vorab ansehen. Zum Abschluss des Essens gehört wohl, das ist fast eine Pflicht, einer der von der Familie Finkler aus eigenem Anbau erzeugten Obstbrände dazu – wer denn alle Sorten durchprobiert, die Hotelzimmer sind ja nicht weit entfernt …

Raus aus dem Alltagsstress: Ruhe ist angesagt

Im Innenhof bietet die Kaminlounge gemütliche Sitzmöglichkeiten, dazu auch eine windgeschützt verglaste Raucher-Lounge

Das Hofgut liegt gefühlt abgeschieden im Taunus, ist aber trotzdessen verkehrstechnisch gut angebunden und recht schnell erreichbar. Von Frankfurt/Main, Wiesbaden oder Mainz, Darmstadt oder auch dem südlichen Ruhrgebiet sind die Fahrstrecken dorthin überschaubar. Aber natürlich lohnt auch eine weitere Anreise, denn wer Ruhe in schöner Umgebung sucht und gar den neuen Golfplatz erleben möchte, ist hier richtig. Das Hotel bietet über die Website zahlreiche Auszeiten an, die thematische Schwerpunkte haben.

So beinhaltet das Paket Golf-Auszeit das, was eine kurze Golfreise rund macht:
Zwei Übernachtungen im DZ mit schönem Frühstück in der Kaminlounge, zwei Greenfees auf dem 18-Loch Platz, Leihtrolleys, Rangebälle und sogar Rundenverpflegungen (Lunchpakete).

Wer mehr Zeit hat oder sie sich nehmen kann, wählt das Paket Golfen von Montag bis Freitag: Unbegrenztes Spiel auf dem Platz (mit vier Lunchpaketen), Leihtrolleys, Rangebälle, vier Übernachtungen mit Frühstück und an einem Tag das Vier-Gang-Genießermenü im Giorgios.

Die Auswahl an Arrangements – wie etwa einem Platzreifekurs oder auch mal ganz ohne Golf – ist noch reichhaltiger und kann direkt auf der Website des Hofgutes zum Best Price gebucht werden. Deshalb sollen hier keine Preise angeführt werden, da sie variieren können. Gute und weitergehende Informationen zum Thema Golf im Georgenthal sind ebenfalls zu finden unter www.hofgut-georgenthal.de .

Golfplatz Georgenthal: Must play?!

Anfangs war ich mir nicht ganz sicher, ob sich meine recht weite Anreise aus Norddeutschland in den Taunus lohnen würde. Nun kann und muss ich sagen: Es wäre fast ein Verlust gewesen, wenn ich das schmucke Hofgut und diesen außergewöhnlichen neuen Golfplatz Georgenthal nicht kennengelernt hätte. Eindrücke, Meinungen oder gar Wertungen zu Hotels oder über Golfplätze sind immer äußerst subjektiv geprägt. Jeder setzt andere Prioritäten oder hegt bestimmte Erwartungen und Wünsche. Und es mag auch Golfer geben, die mir nicht beipflichten würden, wenn ich meine, dass dieser neue Platz mit diesem sportiven Layout eine Bereicherung für die deutsche Golflandschaft ist. In meinen Augen ist er es aber wahrlich.

Gut gemacht, Team Althaus Golfdesign. Und einen großen Dank an die Familie Hankammer, den wirklich aufwendigen wie kostenintensiven Bau solch eines Platzes in diese fast tückische Topografie bis zum Finale so engagiert umgesetzt zu haben – trotz mehrerer Fallstricke auf dem Weg dorthin.

In einem Gespräch mit den netten Damen am Empfang wurde mir von einem Hotelgast berichtet, der meinte: „Das ist aber ein schöner Golfplatz! Wann ist der denn fertig?“

Zu dem Zeitpunkt war der Platz aber schon fertig! – und das alles muss so aussehen. Eben sehr naturnah und mitunter etwas wild …


Text: Thomas Klages, Fotos: Th. Klages und Hofgut Georgenthal, Grafik: Althaus GolfdesignKlick - für diesen Golfplatz ist auf amateurgolfer.info ein Monitor-Hintergrundbild verfügbar

(Dieser Besuch wurde mir vom Hofgut Georgenthal im Rahmen einer Einladung ermöglicht. Der obige Text ist aber unbeeinflusst dessen ein Abbild meiner persönlichen Eindrücke und Meinungen.)

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