golfplätze – amgolfers BLOGzine http://www.amateurgolfer.info Blog und Magazin über ... Golf und Reisen Sun, 01 Sep 2019 20:27:49 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.3.2 Heritage Golf Club: Ein Golfplatz auf Topniveau http://www.amateurgolfer.info/2015/02/08/heritage-golf-club-ein-golfplatz-auf-topniveau/ Sun, 08 Feb 2015 19:30:09 +0000 http://www.amateurgolfer.info/?p=2136
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Im eher ruhigen Südwesten des Inselstaates Mauritius, eingebettet in die und verwaltet von den Heritage Resorts, ist der Heritage Golf Club auf dem Territorium einer ehemaligen Zuckerrohrplantage zu finden. Ausgehend vom modern gestalteten Clubhaus, das ein Stückchen mauritische Lebensart verkörpert, warten ein 18-Loch Championship Course sowie ein 9-Loch Kurzplatz auf Golfer mit hoher Erwartungshaltung – die sehr wahrscheinlich erfüllt werden wird.

Der Gast ist König

Die 18. Bahn, ein Par 5, ist nicht nur schön gestaltet, sondern ein adäquat herausforderndes Schlussloch.

Die 18. Bahn, ein Par 5, ist nicht nur schön gestaltet, sondern ein adäquat herausforderndes Schlussloch.

Der Heritage GC als einer der insgesamt momentan noch acht 18-Loch Golfplätze auf der Insel im Indischen Ozean leidet ein wenig an seiner Unbekanntheit – geschuldet den über die Jahre stärker promoteten und durch die häufiger in den Medien erwähnten Golfplätze an der Ostküste. Völlig zu Unrecht. Wer einen Platz mit hohem Servicepotential der Mitarbeiter, einem sehr interessanten Platzlayout vereint mit hoher Pflegegüte sucht, sollte unbedingt den Heritage GC als Ziel ins Auge fassen. Gäste der Heritage Resorts in der Domaine de Bel Ombre spielen hier zwar täglich kostenfrei, doch auch externen Golfern sei ein Besuch angeraten. Denn zurückzulegende Fahrtstrecken auf Mauritius sind stets recht überschau- und machbar.

Der Valetservice von Caddymaster und seinen Mitarbeitern nimmt hohen Stellenwert ein. Bei Ankunft am Clubhaus verschwindet das eigene Golfbag sofort in das Areal der Carts und Trolleys. Für eine volle 18-Loch Runde möchte ich die Nutzung eines Carts empfehlen, obwohl der Obolus dafür nicht ganz niedrig ist, da das doch hügeligere Layout des Kurses zu viel des eigenen Konditionspotentiales verbraucht. Bei gebuchten Startzeiten, was ebenso empfohlen ist, werden die Bags am mit Namen beschrifteten E-Cart befestigt und gekühlte Wasserflaschen beigelegt. Ein montiertes, intelligentes GPS-System im Cart erleichtert das Spiel, nervt aber gelegentlich mit Werbeeinblendungen. Nach der Runde werden den Rückkehrern umgehend feuchte Tücher zur Erfrischung gereicht – angenehm.

Platzlayout: Harmonisch trotz Abwechslung

Optisch eines meiner Lieblingslöcher: Die Bahn 5 ist recht kurz, wartet aber mit tiefem Hang an der linken Seite und einem Dogleg am Ende - Ausblick inklusive.

Optisch eines meiner Lieblingslöcher: Die Bahn 5 ist recht kurz, wartet aber mit tiefem Hang an der linken Seite und einem Dogleg am Ende – Ausblick inklusive.

Der vom Südafrikaner Peter Matkovitch gestaltete Platz mit den Hügeln des Frédérica Nature Reserve im Rücken und einem weitreichenden Blick nach Süden auf den sattblauen Indischen Ozean versprüht viel Flair und lässt die Runde zum Genuss werden. Die Breiten der Spielbahnen sind überwiegend großzügig bemessen – aber nicht durchgehend. Genauigkeit beim Spiel ist auf dem Platz schon gefragt, denn die dichten Gräser neben den Bahnen verschlucken abgewichene Bälle meist ohne Wiederkehr. Mutige Schläge werden hier belohnt, zu leichtsinnige Aktionen schnell bestraft. Dazu trägt auch der nicht unerhebliche Teil an schön eingebetteten Wasserläufen und Teichen bei. Durch verschiedene Abschlagsmarkierungen, die ruhig ohne Scheu genutzt werden sollten, ist der Platz für viele Handicaps gut spielbar.

Zugegeben: Manch ein erhöhter Abschlag oder ein Grün verzögert das Spiel ein wenig, denn die Ausblicke sind umwerfend. Die Pflegequalität der Grüns und auch der Fairways sind wirklich jeder Kritik gegenüber erhaben. Nicht wenige Clubs würden sich über Grüns freuen, die die Güte der Fairways im Heritage GC hätten. Ein Ausflug zum bekannten Golfplatz Le Paradis at Le Morne etwa bestätigte diese Vermutung, denn die dortigen Fairways boten nur wenige positive Parallelen zum Heritage Golf Club.

Was mir auf dem Platz jedoch beim letzten Besuch im November 2014 nicht sonderlich gefiel, war die Konsistenz des Bunkersandes, denn damit kam ich nicht gut zurecht. Die eingebrachte Art des Sandes schwankte, war also nicht homogen überall gleich. So finden sich Bunker mit feinem Pulversand, aber auch andere mit fast hartem Boden. Der Platz ist sicher schon jetzt exzellent geeignet, Anfang Mai 2015 das neue European Tour-Event AfrAsia Bank Mauritius Open zu hosten. Und nicht von ungefähr erhielt der Heritage Golf Club bei den 2014 neu ins Leben gerufenen World Golf Awards die Auszeichnung als bester Golfplatz im Indischen Ozean .

Bergab auf der komplexen Bahn 6 (Par 4), bei der direkt vor dem Grün noch ein kleiner Bachlauf wartet.

Bergab auf der komplexen Bahn 6 (Par 4), bei der direkt vor dem Grün noch ein kleiner Bachlauf wartet.

Wer einmal keine 18 Löcher spielen möchte oder kann, wird auch auf dem kompakten 9-Loch (PAR 3) Mashie-Kurs seinen Spaß haben. Auf diesem kompakten Platz, der direkt ins Areal des großen Kurses eingebettet ist, reicht natürlich ein Trolley oder Tragebag. Auch hier braucht sich die Pflegequalität nicht zu verstecken – sie ist auf dem gleichen hohen Niveau wie die des großen Championship-Platzes. Hier macht das Spiel ebenso viel Freude, denn Schräglagen und gut platzierte Bunker fordern auch beim relativ kurzen Spiel die Wahl des richtigen Schlages oder Schlägers.

Service: 1 mit Sternchen

Das Clubhaus des Heritage GC, mit Anleihen an den Kolonialstil, ist luftig, schick, modern und einladend. Die Zahl der verfügbaren Sitzplätze begrenzt, da hier nur eine Terrasse zur Verfügung steht – ein echter Sitzbereich ist im Innern des Traktes nicht vorhanden. Auf der Karte mit kleinen Speisen und Getränken wird sicher jeder Gast fündig, die Aussicht über das große Putting Green und das 18. Grün mit den Hügeln als Hintergrund ist wirklich toll und lädt zum Verweilen ein.

Die Runde lässt sich sehr gut auf der Terrasse des netten Clubhauses beenden.

Die Runde lässt sich sehr gut auf der Terrasse des netten Clubhauses beenden.

Die Mitarbeiter der Clubrezeption verrichten ihre Arbeit hier mit unaufgesetzter Freude und sind stets zuvorkommend. Mir wurde von dort aus auch problemlos eine Startzeit für den Paradis GC gebucht. Auch die breitbandige Auswahl des Shops an Bekleidung ist hervorzuheben. Umkleide- und Duschmöglichkeiten der klimatisierten Locker Rooms bieten Qualität und sind einladend wie auch sehr sauber.

Wer sich als Golfer in dieser Region im Süden oder Südwesten befindet, sollte eine Runde auf den 18 Bahnen des Heritage GC nicht versäumen – alles andere wäre wohl schlicht ein Verlust.

Die neu gestaltete Website des Heritage GC bietet viele weitere Informationen samt Spielbahnen- und Platzübersichten unter: www.heritagegolfclub.mu



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Text und Fotos: Thomas Klages

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Abu Dhabi Golf Club: The National Course http://www.amateurgolfer.info/2014/01/13/abu-dhabi-golf-club-the-national-course/ Mon, 13 Jan 2014 17:29:52 +0000 http://www.amateurgolfer.info/?p=1950
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Schon seit 2006 trägt die European PGA Tour das Eröffnungsturnier des sogenannten Desert Swing am Persischen Golf zum Jahresbeginn im Abu Dhabi Golf Club aus. Der deutsche Golfprofi Martin Kaymer konnte hier schon drei Mal die Siegestrophäe, genannt Falcon Trophy, in Empfang nehmen. Seit Jahren treffen sich zunehmend die Hochkaräter des Golfsports in Abu Dhabi, die gleichzeitig Hauptstadt des gleichnamigen Emirates sowie der Vereinigten Arabischen Emirate ist. Die Spieler erfreuen sich an sehr milden klimatischen Bedingungen, der perfekten Rundumbetreuung und sind stets voll des Lobes über den herausfordernden und abwechslungsreichen Platz, der sich immer im Bestzustand präsentiert.

Schlichte Clubhäuser gibt es anderswo, aber nicht im Abu Dhabi GC. Wer das erste Mal über die Auffahrt am Eingang des verglasten Monumentes angelangt ist, mag überrascht sein über die mächtigen Ausmaße und mehr als großzügigen Glasflächen, die das Gebäude doch weniger erschlagend erscheinen lassen. Spieler, die ihr Equipment mitgebracht haben, genießen gleich am Eingang einen Valetservice, der Gästen die Bags abnimmt – später, vor der Runde, tauchen sie wohlbehalten wieder im E-Cart beim Caddymaster auf.

Einstieg in die Welt des Falken

Beeindruckende Erscheinung: Das Clubhaus des Abu Dhabi GC vom Platz her gesehen

Beeindruckende Erscheinung: Das Clubhaus des Abu Dhabi GC vom Platz her gesehen

Um Fragen gleich nach dem Betreten des Clubhauses klären zu können, steht eine Rezeption wie in einem Hotel zur Verfügung. Von dort wird der Weg zu den Locker Rooms, dem Proshop mit reichlicher Auswahl an Kleidung und Equipment oder zum Restaurant gewiesen. Nach Anmeldung im Proshop und vielleicht noch ausstehender Zahlung des Greenfees führt der Gang zum Caddymaster, wo auch eventuell gebuchte Leihschläger in Empfang genommen werden. Beim Besuch gab es Leihbags mit fast neuen Taylor Made RBZ Stage 2-Sätzen, wobei die Eisen mit Stahlschäften versehen waren. Zur Erleicherung des Spiels auf der Runde haben die Carts einen großflächigen TFT-Monitor eingebaut, der als Platzführer mit GPS alle Spielbahnen und Wege bildhaft darstellt – und löblicherweise auch das eigene Spieltempo anzeigt.

Der großzügige Übungsbereich erstreckt sich hinter dem vor einiger Zeit eröffneten Westin Hotel und liegt unweit des ersten Abschlages. Eine kompakte Alternative zum National Course ist der 9-Loch (Par 36) Garden Course, dessen Pflegequalität mit der des 18-Loch Platzes vergleichbar ist. Wer gern gern einmal den Versuch unternehmen möchte, in der Dunkelheit Golf zu spielen, kann dies auf dem mit Flutlicht ausgestatteten Garden Course ausprobieren.

Willkommen in der grünen Wüste

Für das gesamte Layout des National Course ist der nicht gerade unbekannte Platzarchitekt Peter Harradine federführend gewesen. Gleich am ersten Abschlag fällt ein kleines Detail auf: Die bei uns üblichen gelben Tees für Herren sind hier Grün, die Damen greifen auf die klassischen roten Markierungen zurück. Durch die zuerst üppig erscheinenden Längenangaben in der Scorekarte darf man sich nicht verwirren lassen, denn als Maßeinheit gelten hier – wie auch sonst in den Emiraten – Yards. Gäste, die im November oder Dezember auf dem Platz spielen, müssen sich leider oft gefallen lassen, dass Carts ausschließlich auf den parallelen Wegen zu den Fairways benutzt werden dürfen, was dem Spielfluss natürlich nicht gerade zuträglich ist. Bedingt durch das stets im Januar stattfindende Turnier der European Tour ist dieser Umstand zur Optimierung der Platzgüte aber nachvollziehbar.

Schon nach den ersten Spielbahnen fällt auf, dass dieser Platz sehr wenig mit einem vermutet sandigen Wüstenplatz zu tun hat, sondern durch tiefgrüne Fairways und üppige Vegetation an den Flanken der Fairways mehr den unerwarteten Touch eines Parkland-Kurses vermittelt. Wer sich etwa an der Bahn 5 zwischen den Bäumen links des Fairways tummeln muss, denkt dort wohl eher an Golfplätze im hügeligen Hinterland der Costa del Sol, nicht aber an die staubtrockenen Emirate. Dass ein Ball abseits des geplanten Bahnenverlaufs landet, kann häufiger passieren, denn die Fairways sind nicht sehr großzügig breit geschnitten.

Par 3 mit Challengefaktor: Das Loch 12 wird gern zum Ausspielen des Hole-in-One Preises genutzt

Par 3 mit Challengefaktor: Das Loch 12 wird gern zum Ausspielen des Hole-in-One Preises genutzt

Die zudem rund neunzig Bunker auf dem Platz haben gewisse Anziehungskräfte, da sie immer geschickt platziert in den Spielverlauf eingreifen.

Keines der vier Par 3-Löcher kann als leichter Lieferant niedriger Scores herhalten, den alle Grüns sind mit Bunkern umgeben. Schläge aus dem Sand können hier auch schnell einmal in einem gegenüberliegenden Wasserhindernis verschwinden. Eine kleine Portion Mut auf dem erhöhten Tee der Bahn 12 (Par 3) zu haben schadet durch einen langen Teich vor dem Grün nicht – zu lange Schläge landen im dahinterliegenden Bunker oder der Natursteinwand als ‚Abprallfläche‘.

Viele Faiways der Par 4- und Par 5-Bahnen werden durch teils langgezogene Wasserhindernisse begleitet. Das sieht zwar schön aus, bestraft aber Slicer und Hooker auf dem Fuße. Besonders herausfordernd wirkt die Bahn 17 (Par 4) vom Abschlag aus, denn hier hilft eigentlich nur ein langer Schlag diagonal über einen einschneidenden Teich, das im fast rechten Winkel weiterführende Fairway zu erreichen.

Blick vom 18. Abschlag: Der Weg führt hier links am Wasser entlang zum Grün am Clubhaus

Blick vom 18. Abschlag: Der Weg führt hier links am Wasser entlang zum Grün am Clubhaus

Regelmäßige TV-Zuschauer der Abu Dhabi (HSBC) Golf Championship kennen den Blick auf das finale Grün, denn hinter der 18. Spielbahn baut sich das beeindruckende Clubhaus auf. Um jedoch dort anzukommen, muss erst das 471 Meter lange Par 5 (grüner Abschlag) gemeistert werden. Die Profis verlassen das Grün auch mal mit einem Eagle auf der Scorecard, was dem Amateur wohl eher selten gelingen wird. Das recht schmale Fairway zieht sich in langem Rechtbogen zuerst an einem Teich entlang, um später in den durch Bunker bewehrten Zieleinlauf zu münden. Wie überall auf dem Platz ist das Grün nicht sehr großflächig, aber als Ausgleich nur gelinde onduliert.

Referenzverdächtig: Pflege und Service

Das gesamte Areal punktet mit einer sehr hohen Pflegequalität und auch der Servicegedanke am Gast wird im Abu Dhabi GC hochgehalten. Diese Meinung wird unterstrichen durch zahlreiche Auszeichnungen, die dem Club über die vergangenen Jahre schon weltweit verliehen wurden: Top Ten-Platzierung des Clubhauses im Gebiet Asien/Pazifik, bester Platz im Mittleren Osten, beste Golfakademie, Top 100-Golfplatz bei ‚Golf World’, …

Nicht ganz unschuldig an der guten Reputation ist das Management der Anlage durch die international angesehene Firma Troon Golf mit Hauptsitz in Arizona (USA), die auch mit vielen anderen hochwertigen Plätzen in ihrem Portfolio Erfahrungen sammelte und glänzen kann.

Die Bahn 8 sieht auch in der Realität aus wie ein Kalenderblatt - photo: Troon Golf

Die Bahn 8 sieht auch in der Realität aus wie ein Kalenderblatt – photo: Troon Golf

Das 18-Loch Greenfee auf dem National Course kostet im teureren Herbst und Winter von Sonntag bis Mittwoch aktuell 575 AED (ca. 146 Euro), von Donnerstag bis Samstag 428 oder 945 AED (ca. 109 Euro oder 240 Euro – die Höhe des Greenfees variiert nach gewählter Startzeit!). Eingeschlossen ist die Nutzung eines E-Carts mit GPS-Platzguide, Bälle auf der Driving Range sowie Mineralwasser für unterwegs. Da das Wochenende in den Emiraten von Donnerstag bis Samstag dauert, ist der Preis zu der Zeit höher. In den Sommermonaten sind die Greenfees spürbar niedriger. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass es bei Tageshöchsttemperaturen von zum Teil mehr als 40 Grad nicht immer angenehm ist, zu spielen.

Wer sich nach der Runde in klimatisierter Umgebung erfrischen möchte, sollte die gediegen eingerichteten Umkleideräume im Clubhaus aufsuchen. Dort stehen Duschen samt flauschiger Handtücher, gekühltes Frottee und auch Ledermöbel zum Relaxen bereit.

Die Website des Abu Dhabi Golf Club bietet viele weitere Informationen samt einer Tee Time-Buchungsmaske unter: www.adgolfclub.com

Wer den Gedanken hegt, einen Urlaub samt Golfspiel auf den Plätzen des Emirates verbringen zu wollen, findet vielleicht sogar gleich ein passendes Komplettpaket auf der offiziellen Website von Abu Dhabi zum Thema Golf in Abu Dhabi. Hier werden, neben weiteren Infos, auch Arrangements in unterschiedlichen Komfort- und Preisklassen geboten: www.golfinabudhabi.com

Dank für die Unterstützung bei den Recherchen gelten Troon Golf EMEA sowie ProfSports UK.
Many thanks for the helpful assistance are going to Troon Golf EMEA and ProfSports UK.

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Text: Thomas Klages, Fotos: Troon Golf (1), Th. Klages (3)

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Estoril: Der Klassiker im mondänen Seebad http://www.amateurgolfer.info/2013/05/22/estoril-der-klassiker-im-mondanen-seebad/ Wed, 22 May 2013 16:56:01 +0000 http://www.amateurgolfer.info/?p=1658
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Klassische und schon lange bestehende Golfclubs mit ihren Plätzen haben etwas Anziehendes. Ist es die sehr eingewachsene und naturverbundene Vegetation, die topmoderne Neuanlagen eher selten bieten können oder doch eher das Drumherum wie Clubhaus und Co, was den Reiz und die Wurzeln des ursprünglichen Golfspiels spüren lässt? Beim Club „Golf do Estoril“ mit dem Beinamen Palácio, er ist im Besitz des gleichnamigen 5-Sterne Hotels im Seebad Estoril etwa 25 Kilometer westlich von Lissabon, treffen sicher beide Kriterien zu.

Neben der rechten Flanke des 13. Grüns (Par 3) wartet ein Teich, vor dem Tee und links nur Bäume und Sträucher

Neben der rechten Flanke des 13. Grüns (Par 3) wartet ein Teich, vor dem Tee und links nur Bäume und Sträucher

Schon 1929 erschuf der bekannte Platzdesigner Mackenzie Ross mit feinem Händchen zuerst einen 9-Loch Platz, der nach Erweiterung auf 18 Bahnen in den Hügeln oberhalb von Estoril zum Klassiker wurde. Etliche Male machte auch die Portuguese Open der Profis hier Station. So die Theorie. Vorstellbar war es nicht so recht, hier einen schönen Golfplatz im Grünen zu finden, wird doch der 18-Loch Platz durch die belebte Autobahn A 5 in zwei Teile getrennt. Trotzdem wurde die Empfehlung eines einheimischen Golfers beim letzten Besuch des Ortes Cascais aufgegriffen und eine Startzeit über eine portugiesische Agentur mit Sitz an der Algarve gebucht.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, sucht im Uferbereich des Ortes Estoril wohl lange nach einen Hinweisschild, das zum Golfplatz weist – und findet letztendlich wohl auch keines,. Da der Platz im Norden liegt, wählt man im Bereich des Casinos die große Strasse „Av. dos Bombeiros Voluntários“ in eben diese Richtung, die nach Durchqueren eines Wohngebietes in die gesuchte „Avda. da República“ übergeht. Sobald das Schild „Golf“ linkerhand zu sehen ist, muss schlagartig reagiert und abgebogen werden. Der Parkplatzbereich für Gäste wirkt hier etwas unstrukturiert und eng. Mitglieder haben es hier besser und parken auf befestigter Fläche direkt vor dem Clubhaus. Das Auto könnte hier auch offen stehen bleiben, da die Security das Gelände stets bewacht.

Sehenswerter Oldie: Das Clubhaus

Hier erwartet den Spieler auch kein gläserner Designbau samt Valetservice, sondern ein offenkundig schon betagteres Gebäude mit langer Geschichte. Doch das hat Charme, denn der Einfluss britischer Golfkultur hielt hier wohl von Beginn an Einzug. Dies ist nicht nur an den Autokennzeichen der diplomatischen Fraktion auf dem Parkplatz zu bemerken, sondern auch an der gemütlichen Einrichtung im Clubhaus sichtbar wie an den Wortfetzen im Hause hörbar. Hohe Decken im Parterre und einen Touch von Pubatmosphäre mit schweren braunen Ledersessel in der Gastronomie des Untergeschosses. Auch der Locker Room (Umkleiden) ist für Mitglieder moderner Clubs eine eher nicht gelebte Erfahrung. Eine wahre Galerie von dunkelbraunen Holzspinden mit Namensbeschriftung kann in britischen Clubs kaum anders wirken, was sich hier auch in den Namen selbst widerspiegelt.

Klassisch und historisch angehauchtes Clubhaus mit seinen drei Terrassen samt schönem Putting Green

Klassisch und historisch angehauchtes Clubhaus mit seinen drei Terrassen samt schönem Putting Green

Nach einem kurzen Ortscheck an einem Sonntag vor der Runde waren nur Spieler/innen mit Trolleys auf dem Gelände zu sehen. Im Sommerurlaub tendiere ich aber, abweichend zur sonstigen Philosophie, eher dazu, einen Buggie zu nehmen. Obwohl der 18-Loch Kurs von Estoril als hügelig beschrieben wird, nahmen wir bei 30 Grad und Sonnenschein zwei Trolleys, die sicher auch schon bessere Tage gesehen hatten. Das sich diese Entscheidung als eklatanter Fehlgriff herausstellen sollte, bemerkten wir spätestens am Schwächeln nach dem elften Grün. Zwar gäbe es alternativ die Möglichkeit, einen der Caddies des Clubs mit auf den langen Weg zu nehmen, doch hätte dies einen gewissen dekadenten Beigeschmack hervorgerufen. Ausserdem sahen die Herren in ihrem separaten Wartehäuschen nicht so fit aus, als würden sie mehr als sechs Spielbahnen mit einem elf Kilo Bag durchhalten. Dieser Service an sich ist jedoch einzigartig in ganz Portugal – man erkennt also den selbst gesetzten Stellenwert des Clubs. Übrigens fand am eingangs erwähnten Sonntag ein Einladungsturnier statt …

Minimalistisch trainieren

Ein kleiner Fußmarsch ist schon gefordert, wenn noch etwas Einschlagen auf dem Programm steht. Da sich die dort angesiedelte Golfschule im Web gut vermarktet, wurden tolle Möglichkeiten bei den Übungseinrichtungen erwartet. Trugschluss. Die mickrige Driving Range bot nur einige der ungeliebten Plastikmatten, die überdachten Abschlagplätze in einem zweistöckigen Betonklotz hatten etwas von Nachkriegszeit und ein echter Weg zum Chipping Green war schwer aufzufinden. Wer allerdings unter Realbedingungen vor der Runde richtig schön putten will, braucht gar nicht so weit zu gehen: Direkt vor dem Clubhaus befindet sich ein großes samtenes, nett onduliertes Putting Green von bester Qualität.

Ein Mickey Mouse-Platz mit Par 69 ?

Von den gelben Tees haben es die Herren hier ganz leicht. Mit gut 5.000 Metern echter Bahnlänge bei einem Platzstandard von 69, einem Course Rating von daher nur 66,8 und dem Slopewert 120 erwartet jeder eine ganz geschmeidige 18-Loch Trainingsrunde. So steht es wenigstens auf dem Papier. Dass die Praxis sich aber manchmal doch anders darstellt als es nackte Zahlen vermuten lassen, zeigt der Blick auf die Scorecard nach der Runde. Was der Architekt Mackenzie Ross hier in die eher beengten Flächen zwischen Pinien, Eukalyptusbäumen und hohen Kiefern gezaubert hat ist beachtenswert. Auf dem Platz des „Golf do Estoril“ gleicht nicht eine Bahn der anderen und es sind laufend taktische Überlegungen zur Spielweise und Schlägerwahl gefragt.

Wenig Spielraum beim 12. Abschlag - das Grün wird erst nach dem Dogleg sichtbar

Wenig Spielraum beim 12. Abschlag – das Grün wird erst nach dem Dogleg sichtbar

Mal hat das Fairway die bequeme Breite und Übersichtlichkeit einer Landebahn wie am Loch 10 im Platzteil auf der anderen Seite der Autobahn (Par 5, 425 m). Mal ist es aber auch ganz anders wie auf der sehr stark erhöhten Teebox der Bahn 12. Das Layout sieht so faszinierend eng aus, links droht die Ausgrenze mit einem Zaun samt üppig wilder Vegetation und rechts möchten sich steinalte und riesige Bäume mit ins Spiel einmischen, dass man innehält. Das Par 4 mit 311 Metern führt steil bergab und endet unten subjektiv in einem Rechtsknick, wo dann Bäume die Sicht zum kleinen Grün versperren.

Wer nun hofft, dass wenigstens die Par 3’s locker von der Hand gehen, irrt. Jedes der fünf Par 3-Löcher hat seine Tücken parat. Große Grüns gehen einher mit engen Einflugschneisen und Bunkerdrapierung, kleinere Grüns warten mit treffsicher angeordneten Wasserhindernissen auf. Obendrauf gibt es noch feine Ondulierungen, die zwar sichtbar, aber schwer berechenbar sind – die durchgehend fast perfekten Oberflächen tragen dazu bei. Überhaupt keine Streuverluste lässt etwa die Bahn 13 zu: Vor dem Abschlag lauert viel Natur, die hochgelegene Landezone ist eng und unbarmherzig. Wer hier Querschläger verursacht, liegt im Wald oder dem Wasserhindernis und darf nachlegen.

Bahn 16 (Par 3, 166 m): Die Schwierigkeiten wie eine tiefe Mulde hinter dem Grün sowie drei Bunker sind vom Tee nicht zu sehen

Bahn 16 (Par 3, 166 m): Die Schwierigkeiten wie eine tiefe Mulde hinter dem Grün sowie drei Bunker sind vom Tee nicht zu sehen

Die Spielbahnen 1 bis 8 liegen auf der Seite des Clubhauses, die Folgelöcher 9 bis 16 beschreiben von der Anlage her ein weitläufiges Oval hinter der Autobahn. Um hierher zu gelangen ist das Überqueren einer Brücke nötig. Für Spieler mit Höhenangst ist aber vorgesorgt, denn sie ist etwas breiter und hat einen beidseitigen Schutzzaun. Nachdem nun der Platzmarshall am Grün der 11 endlich verstand, dass unsere Wasservorräte verbraucht waren und hier leider auch kein Versorgungs-Buggie vorhanden ist, wies er auf eine Bar am 12. Abschlag hin. Es kamen zwar starke Zweifel an der Wahrheit auf, aber zum Glück stimmte es wirklich. Eine mit Eisbrocken durchsetzte Cola mit gefühlten -5 Grad Temperatur war in dieser Situation rettend, die kühlen Getränke für den weiteren Weg gesichert.

Einen schönen Service hat sich der Club am Grün der 16, ein aufgrund des Autobahnbaus seinerzeit geändertes langes und schweres Par 3, einfallen lassen. Von hier geht es wieder zurück über die Brücke zu den beiden Schlusslöchern auf der Clubhausseite – aber leider viel zu steil bergauf, was Tragebag- oder Trolleynutzer vielleicht zum finalen Kollaps treiben könnte. Vom Abschlag nicht sichtbar hat sich rechts des Grüns ein Mitarbeiter mit einem Maxi-Cart samt Anhänger eine Haltestelle eingerichtet. Wer den Ball am 16. Grün eingelocht hat, wird hier freundlich empfangen, in das Cart gebeten und die Bags samt Trolleys auf dem Anhänger festgezurrt. Innerhalb von zwei Minuten hat das ungewöhnliche Transportgefährt die Anhöhe geschafft und die Brücke überquert, sodass es weitergehen kann, ohne außer Atem zu sein.

Ohne Frage: ein Must-Play Course

Golfende Besucher der Estoriler Küste am Atlantik in westlicher Richtung unweit von Lissabon sollten es sich nicht nehmen lassen, diesen Klassiker Portugals zu besuchen. Der Platz ist durch sein sehr bewegtes und schon fast romantisch begrüntes Gelände nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine gehörige Herausforderung. Durch die zurückhaltende Länge muss man kein Longhitter sein, sondern nur mit ein wenig Köpfchen spielen. Die Fairways und insbesondere die Grüns sind gut gepflegt, alle Mitarbeiter im Club sind nett und zuvorkommend. Je nach Jahreszeit und Wochentag sind rund 50 bis 80 Euro an Greenfee fällig, was keinesfalls als überteuert gelten kann. Auffällig ist auch, dass es bis auf die direkt an die Autobahn angrenzenden Löcher fast idyllisch ruhig ist.

Blick über das Putting Green hin zum fernen Atlantik. Links davon das 18. Grün, rechts erhöht der Abschlag 1

Blick über das Putting Green hin zum fernen Atlantik. Links davon das 18. Grün, rechts erhöht der Abschlag 1

Als Tipps sind zu nennen: Startzeiten reservieren, genügend Bälle einpacken, im Sommer unbedingt einen Buggie nehmen, nach der Runde die schattige Terrasse im Erdgeschoss auf ein günstiges Getränk oder einen Snack besuchen und dabei den fernen Blick auf das Meer genießen. Wer unbedingt noch eine finale Erfrischung braucht, packt auch die Badehose ein, denn neben dem Clubhaus steht ein Pool zur Verfügung.

Platzdaten

Estoril Palácio Golf Course
Avenida da República
2765-273 Estoril
Portugal

Telefon: +351 214 680 176

Website: https://www.palacioestorilhotel.com/golf

Platzdesign: Mackenzie Ross

Hcp-Beschränkungen: H 28, D 36

Reservierung von Startzeiten empfohlen.



Fotos: Thomas Klages

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Laranjal – die ruhige Seite von Quinta do Lago http://www.amateurgolfer.info/2013/03/20/laranjal-die-ruhige-seite-von-quinta-do-lago/ Wed, 20 Mar 2013 17:54:28 +0000 http://www.amateurgolfer.info/?p=1501
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Wer in Golferkreisen den Namen des Resorts „Quinta do Lago“ an der portugiesischen Algarve hört, denkt sofort an feine Villen, hochpreisige Shops sowie Restaurants – und natürlich an die dort vorhandenen Golfplätze besten Rufs. Zu dem South- als auch dem North Course, dem mittlerweile auf 27 Spielbahnen aufgebohrten Platz „Pinheiros Altos“ und dem schon legendären „San Lorenzo“ dieses feinen Golfareals gesellte sich vor einiger Zeit ein neuer Ableger. Im Jahre 2009 öffnete „Laranjal“ seine imaginären Pforten für das Publikum. Diese 18 Spielbahnen werden das momentane Schattendasein als Geheimtipp unweigerlich schnell verlassen – dessen bin ich mir sicher.

Hin und weg

Dem, der sich aufmacht, „Laranjal“ zu besuchen, soll gleich eine kleine Warnung mit auf den Weg gegeben werden. Zwar gehört dieser neue Kurs zum nicht nur an der Algarve bekannten „Quinta do Lago“-Resort, doch tut man gut daran, besser von der nördlichen Seite anzureisen. Die Anfahrt vom Zentrum des Resorts im Süden gleicht eher einer kleinen Expedition auf immer mickriger werdenden Pfaden durchs heimische Unterholz. Viel angenehmer, sogar auf frisch geteerter Straße, gelangt der Laranjal-Besucher vom Ort Almancil aus. Ein Schwenk Richtung Süden von der Aorta der Algarve, also der Nationalstraße N 125, aus folgend dem üppigen Wegweiser führt direkt am Platz vorbei zur Einfahrt.

Blendend weiße Bunker und welliges Fairway auf der Bahn 6 - einem 478 m langen Par 5

Blendend weiße Bunker und welliges Fairway auf der Bahn 6 – einem 478 m langen Par 5

Wundern über komische Gebahren sollte man sich bei der Ankunft nicht. Ganz weit oben auf der Prioritätenliste steht hier der Servicegedanke. Was in Deutschland nurmehr eher unüblich ist, wird hier gelebt: Im Laufschritt oder per Maxi-Cart verfolgt einer der stets eifrigen Clubmitarbeiter den Neuankömmling schlagartig bis auf den Parkplatz – um ihn sofort freundlichst zu begrüßen und ihm das Golfbag aus der Hand zu reißen. Das ist mal ein echter Valet-Service.

Irgendwie ungewohnt wirkt der Platz schon beim Vorbeifahren – etwas scheint hier zu fehlen. Richtig, denn völlig untypisch für die Golfplätze an der Algarve (und erst recht denen an Spaniens Costa del Sol) ist nämlich hier weit und breit nicht ein einziges Gebäude, keine Fairwayvilla oder sonst ein nicht in diese naturnahe Umgebung passendes Gebilde zu sehen. Dies war aber auch eine zwingende Auflage, ohne dessen Erfüllung der Bau dieses neuen Platzes gar nicht genehmigt worden wäre. Nur ein kompaktes Clubhaus wurde den Planern hier zugestanden. Etwas musste auch wieder hergestellt werden, was es hier vorher zur Genüge gab: Die schöne Orangenbaumplantage, die vor dem Baubeginn entfernt wurde. Daraus ergab sich auch gleich der Name „Laranjal“, der im Portugiesischen als das Synonym eben für Orangenbäume steht.

Das etwas andere Design – nur schöner

Wasser, ein hübscher Strandbunker, knapp geschnittenes Grün - ein konzentrierter Schlag ist Pflicht an Bahn 11 als 170 m langes Par 3

Wasser, ein hübscher Strandbunker, knapp geschnittenes Grün – ein konzentrierter Schlag ist Pflicht an Bahn 11 als 170 m langes Par 3

Der neue Platz sollte eine verschmolzene Einheit mit der Natur werden. Der richtige Mann für dieses Vorhaben war der portugiesische Architekt Jorge Santana da Silva mit seinem Planungsbüro in Lissabon – nicht nur in Portugal als Platzdesigner bekannt. Er arbeitete schon mit Größen wie Cabell B. Robinson Hand in Hand und pflegt ebenso eine planerische Partnerschaft mit dem Architekten David Krause, der speziell in Norddeutschland kein unbeschriebenes Blatt ist. „Plätze designt von US-Architekten haben wir in der Gegend schon zur Genüge“, sagte mir der 2009 verantwortliche und nun seit 2012 erneut federführende Golfdirektor Nuno Gonçalves. Er führte weiter aus: „Jorge ist flexibel wie auch erfahren und weiß, dass genau hier ein solches Layout nicht hin gehört.“

Was nun zum Schluss daraus entstanden ist, kann sich mehr als sehen lassen. Der Vorteil für Santana da Silva war eine, wie er es nannte, „carte blanche“ vom Direktor des Resorts. Bedeutete: Kein Limit bei den Ausgaben, sondern nur die Vorgabe, einen Platz mit Referenzcharakter zu kreiieren. Beleibe ergab sich daraus kein Platzlayout mit simplem Einerlei, sondern eine stets neue Herausforderung von Bahn zu Bahn, die spielerische Strategie und ein richtiges Angehen in den Vordergrund stellt. Die strahlend weißen Bunker schmerzen bei Sonnenlicht fast in den Augen und tiefgrüne Fairways wie penibelst gestutzte Penn A4-Grüns lassen den Spieler unbewusst in Vorsicht verfallen, diese durchgehend sehr gepflegten Oberflächen nicht unnütz zu malträtieren. Wer den Par 72-Kurs von den gelben Abschlägen spielt, freut sich zumindest über die nur 5.685 Meter Gesamtlänge und vor allem – wenig Rough.

Kein Stilbruch durch Bunker

Eine wohlgeformte Uferböschung und die idyllische Lage prägen das 15. Grün des 163 m langen Par 3

Eine wohlgeformte Uferböschung und die idyllische Lage prägen das 15. Grün des 163 m langen Par 3

Fast alle Bahnen auf dem insgesamt sanft ondulierten Gelände präsentieren sich mit welliger Oberfläche, sodass sich trotz vermeintlicher Ebenheit bei einem Folgeschlag Schräglagen ergeben können. Viele der Teeboxen sind erhöht angelegt, was nicht gleich zum breitbandigen Streuen anregen soll. Denn trotz schöner Aussicht ist immer Genauigkeit gefragt. Die auf dem Gelände beim Bau neu angelegten Teiche, durch die starke Blautönung fast mit einem Touch des nahen Atlantik einhergehend, machen das Spiel sicher nicht leichter – aber wirklich sehr abwechslungsreich. Zudem wurden diese Wasserhindernisse mit kleinen und ansprechend gestalteten Bachläufen miteinander verbunden. Das wirkt sehr schön, führt in der Praxis aber auch schnell einmal zu Ballverlusten oder Strafschlägen.

Alle Bunker Laranjals – und das sind nicht gerade wenige – sind nicht nur optisch hervorstechend, sondern auch spielerisch ein Erlebnis. Sogar für Golfer mit einer chronischen Sandphobie ist es ein Erlebnis, das Wedge durch diese feine und konsistente Masse gleiten zu lassen. „Den weißen und pulverförmigen Sand à la Augusta lassen wir uns aus der Region Lissabon liefern“, betonte Gonçalves, denn den gäbe es in dieser Gegend nicht. Seine Ansprüche waren auch anfangs schon hoch: „Ein perfekter Pflegezustand, umfangreiche Serviceleistungen und schon beim Empfang der Gäste eine natürliche Freundlichkeit des Personals“ sei der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Diese spürbar ungekünstelte Herzlichkeit der Mitarbeiter Laranjal’s gepaart mit unaufdringlicher Aufmerksamkeit auf Clubhausterrasse, im Pro Shop und sogar unterwegs auf dem Platz macht einfach Freude. So lassen sich schlechte Schläge auch schnell vergessen.

Blick vom erhöhten 16. Tee: Hier vereinen sich sämtliche Einzelemente des Platzes harmonisch zu einem 471 m langen Par 5 als Dogleg nach rechts

Blick vom erhöhten 16. Tee: Hier vereinen sich sämtliche Einzelemente des Platzes harmonisch zu einem 471 m langen Par 5 als Dogleg nach rechts

Der „Quinta do Lago Laranjal“ ist eine nachahmenswerte Lösung als Paradebeispiel für einen sehr ruhigen und passgenau in die Natur eingebetteten Platz, der Freude macht. Ohne Frage wird er eine rosige Zukunft haben und sicher viele, die sich hierher verirren, zum Staunen bringt. Und weil die Spielbahnen überwiegend im echten Stadium Style mit breiten und teils höher liegenden Auslauf- und Reserveflächen angelegt wurden, würde er sich wohl bestens für ein hochklassiges Profi-Event eignen. Mal sehen, welcher der Tourplaner es zuerst bemerkt …

Infrastruktur mit Übersicht

Anspruchsvolle Lage des Grüns der No. 9 nahe des Clubhauses - einem kurzen Par 5 mit gut 400 m Länge

Anspruchsvolle Lage des Grüns der No. 9 nahe des Clubhauses – einem kurzen Par 5 mit gut 400 m Länge

Dem eher kompakten, aber architektonisch schicken Clubhaus in Würfelform wurden ursprünglich nur 20 Monate Bestandszeit nach der Eröffnung zugestanden, bevor es durch ein größeres Objekt ersetzt werden sollte. Beim letzten Besuch im Sommer 2011 war es jedoch immer noch vollends erhalten und unverändert in Betrieb. Und immer noch besonders entspannend: Ein leckerer Cappuccino auf der Clubhausterrasse mit Blick auf das neunte Grün.

Eines wurde aber definitiv und gut sichtbar fertiggestellt: die üppige Driving Range samt eines gepflegten Trainingsbereiches. Das Areal liegt gegenüber des Platzes auf der anderen Straßenseite und darf, auch für Gäste, kostenlos genutzt werden, wenn im Clubhaus die notwendigen Rangebälle (Titleist) bezahlt werden. Die türmt dann der nette Ranger auch an gewünschter Stelle als kleine Pyramide auf.

Eines darf jedoch nicht verheimlicht werden: Das Greenfee für eine 18-Loch Runde auf dem „Laranjal“ ist kein Schnäppchen, muss es aber bei dem wirklich exzellenten Pflegezustand und des Service auch nicht sein. In der Hochsaison werden für externe Gastspieler gut 120 Euro fällig, in der Low Season (Sommer- und Wintermonate) immer noch um die 100 Euro. Ein eventuelles Cart schlägt gesondert ins Kontor. Mitunter werden aber ‚Summer Special’-Preise geboten: Zwei Spieler inklusive eines Carts für z.B. 190 Euro – viel weniger wird es aber kaum.

Platzdaten

Laranjal Golf Course
Quinta do Lago
8135-024 Almancil
Algarve – Portugal

Telefon: +351 289 390 700

Website: www.quintadolago.com/en/golf

Platzdesign: Jorge Santana da Silva

Hcp-Beschränkungen: H 28, D 36 – Reservierung von Startzeiten empfohlen.

Klick - für diesen Golfplatz ist auf amateurgolfer.info ein Monitor-Hintergrundbild verfügbar

Text und Fotos: Thomas Klages

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Ein fast echter Linksplatz – ohne Meer http://www.amateurgolfer.info/2012/11/16/ein-fast-echter-linksplatz-ohne-meer/ http://www.amateurgolfer.info/2012/11/16/ein-fast-echter-linksplatz-ohne-meer/#comments Fri, 16 Nov 2012 03:27:48 +0000 http://www.amateurgolfer.info/?p=1086
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Etwas außerhalb des kleinen niedersächsischen Ortes Rethmar zwischen Hannover und Peine liegt ein Golfplatz, der den Begriff „Links“ in seinem Namen trägt: Rethmar Golf Links.

Für den echten Golfer scheint dies erstmal eine Unlogik in sich zu sein, denn dieser Ausdruck bezeichnet üblicherweise einen Platz, der direkt angrenzend ans Meer liegt, einen flach-welligen Charakter hat und stark dem Einfluss des Windes ausgesetzt ist. Paradebeispiele dafür lassen sich in Großbritannien finden, doch muss ich dem Kurs in Rethmar wohl ähnliche Eigenschaften bescheinigen – obwohl hier irgendwie das Meer fehlt. Optisch ein Gedicht ist der Anblick der Clubhausfassade vom Platz her gesehen, die mit schönen architektonischen Details zu glänzen weiss. Die Richtung der Ansicht habe ich eben absichtlich betont, denn von der Rückseite her, wo auch diverse Parkplätze zu finden sind, hat das Gebäude den „Null-Flair“-Faktor … und sieht aus wie eine sterile Lagerhalle.

Idylle - hinter dem See das Putting Green und das Clubhaus

Idylle – hinter dem See das Putting Green und das Clubhaus

Zu erreichen ist der Platz relativ gut, obwohl keine Autobahn in unmittelbarer Nähe vorhanden ist. Über die Bundesstraße 65 zwischen der Nord-Süd Autobahn A 7 im Westen und der Stadt Peine im Osten fahrend wird der Ort Rethmar direkt durchquert. Wegweiser zum Platz sind vorhanden, aber aus Richtung Peine kommend schnell mal zu übersehen.

Der Clubparkplatz ist groß, aber mit nervigem Schotter beschichtet, der sich später auch in den Rillen der Schuhsohlen, im Auto und sonstwo wiederfindet. Wer dann also den Anblick der Lagerhallenwand verkraftet hat und das Gebäude umrundet, kann sich an großzügiger und fast mediterraner Optik erfreuen. Hohe Säulen und Terrassenmöbel aus Metall mit südländischem Touch wirken positiv auf die Stimmung. Der Stil setzt sich im Innern des Gebäudes verstärkt fort, sodass hier im Art Deco-Stil mit antikem Touch eher Gemütlichkeit und Wohlfühlen angesagt ist: schön gemacht. Ein doch mehr praktisches Manko ist jedoch, dass die Toilettenräume nur sehr ‚kompakt’ gebaut wurden. Bei größerem Andrang, zum Beispiel bei Turnieren, kann sich schon einmal eine Warteschlange bilden – etwa so wie an den Damentoiletten auf Flughäfen, kurz vor dem Abflug. Der Empfang an der Clubrezeption ist sehr herzlich und freundlich, die Bedienung im Restaurant fix unterwegs. Die Preise für Getränke und Speisen halten sich in erträglich gutem Rahmen.

An den hier vorhandenen Trainingsmöglichkeiten wären sicher auch andere Clubs interessiert, da sie sehr durchdacht angelegt und vielfältig sind. Herausragend ist hier das große und gut ondulierte Putting Green zu nennen, das sich fast unmittelbar vor der Terrasse befindet. Aber auch der Pitch/Chip-Bereich verdient Lob.

Manchmal etwas HinterLinkig

Das 9. Grün ist geschickt seitlich vom Wasser angelegt

Das 9. Grün ist geschickt seitlich vom Wasser angelegt

Der 18-Loch Kurs wurde von der US-Golflegende Arnold Palmer in seiner Eigenschaft als Platzarchitekt entworfen und in die hier karge wie auch flache Landschaft perfekt integriert. Wer den Platz nicht kennt, lernt ziemlich schnell alle Tücken und Gemeinheiten kennen. Spieler mit Tendenz zum Hook oder Slice kriechen sicher nicht nur einmal im dichten Rough in schottischem Stil neben den Spielbahnen herum. Immerhin sind die Grüns durchgehend recht großflächig, aber zur Erschwernis schön onduliert. Zwei bis drei Putts sind hier keine Schmach. Nicht nur einmal kommt in Rethmar Wasser ins Spiel. Manche dieser Hindernisse sind großflächig und offensichtlich, andere auch mal erst sichtbar, wenn es zu spät ist. Golfer fast jeden Handicaps werden auch Bekanntschaft mit den zahlreichen Bunkern machen. Was hierbei negativ aufstößt, zumindest bei meinem letzten Besuch, ist die fast harte Oberfläche des Sandes. Ein locker weicher Schlag aus diesen Bunkern war fast nicht machbar. Trotz dieses Umstandes ist die Pflegequalität insgesamt als gut bis sehr gut zu bezeichnen.

Konzentriert seinem Spiel folgend kann die Scorekarte ein annehmbares Ergebnis bestätigen. Aber der Anspruch des Platzes ist eher als hoch einzustufen und eine gute Spieltaktik ist das A und O. Schwieriger wird es, wenn auch noch Wind ins Spiel kommt, was bei der fast topfebenen Landschaft ziemlich häufig vorkommt.

Weite Landschaft - hier hinter dem 18. Grün

Weite Landschaft – hier hinter dem 18. Grün

Wer einmal diese Gegend besucht, sollte sich an den schönen Platz herantrauen. Ein Linksstyle im Inland mit kniehohen Roughzonen und offenem Gelände, allerdings ohne das Meer im Hintergrund, findet man allgemein eher selten. Das hier zu zahlende Greenfee (WT 45 Euro, Wochenende 55 Euro – Stand: 2012) ist der gebotenen Leistung angemessen und nicht abgehoben. Witzig ist die Regelung für das Greenfee an Montagen: Hier zahlt der Gast für 18 Löcher den Betrag, der seinem Handicap entspricht … jedoch nie mehr als 36 Euro.

Die Adresse, oder genauer der Straßenname des Clubs, lässt recht tief in manch geschundene Golferseele blicken, nachdem die Runde hier vorüber ist: Seufzerallee :-)

Daten (Stand: 2012)

Rethmar Golf Links
Seufzerallee 10
31319 Sehnde/Rethmar

Website: www.rethmargolf.de

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http://www.amateurgolfer.info/2012/11/16/ein-fast-echter-linksplatz-ohne-meer/feed/ 1
Ganz schön frisch: Onyria Palmares in Lagos http://www.amateurgolfer.info/2012/10/30/ganz-schon-neu-onyria-palmares-in-lagos/ Tue, 30 Oct 2012 17:06:45 +0000 http://www.amateurgolfer.info/?p=812
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Es gibt nur drei Golfplätze an der portugiesischen Algarve im sonnengeschwängerten Süden Portugals, die weiter westlich liegen als der für rund 10 Millionen Euro nun völlig neu gestaltete Palmares Golf in Lagos. Der Platz gehört mittlerweile zur Kette „Onyria“, die im Jahre 2014 hier ein reizvoll erhöht gelegenes Fünf-Sterne Hotel plant zu eröffnen. Das auch schon besuchte Resort Quinta da Marinha in Cascais westlich von Lissabon gehört ebenfalls zum Portfolio der Gruppe.

Aus dem auch vorher schon interessanten 18-Loch Parcours mit Par 71, schon 1975 basierend auf Plänen von Frank Pennink eröffnet, wurde nun ein äußerst abwechslungsreicher 27-Loch Platz. Oder besser: ein drei Mal 9-Loch Platz, wie es der für den völlig neuen und radikalen Schnitt verantwortliche US-Platzarchitekt Robert Trent Jones Jr. ausdrücklich betont. Und dass Trent Jones, der höchstpersönlich bei der offiziellen Eröffnung Anfang Juni 2011 mitspielte, es so hervorhebt, hat seine Gründe. Der Ausdruck „radikal“ ist definitiv nicht auf die Veränderung der natürlichen Geländestruktur bezogen.

Golfen oder nicht …

Wohl fast einzigartig an der gesamten Algarve ist die auf einer Hügellandschaft erbaute Golfanlage hoch oben über dem Meer – als gleichzeitig auch unten dicht am Strand. Der breite Pulversandstreifen „Meia Praia“ kann hier mit gut vier Kilometern Ausdehnung als der längste Naturstrand ganz Europas gelten und liegt etwas östlich der historischen Stadt Lagos, die auch touristisch viel Abwechslung bietet.

Gemütlich, schick und mit sehr freundlichem Service präsentiert sich das Clubhaus

Gemütlich, schick und mit sehr freundlichem Service präsentiert sich das Clubhaus – hier 2011

Oben am Parkplatz angekommen spielt Golf erst nicht die Rolle, denn der Ausblick rundum ist atemberaubend schön und lässt den Besucher innehalten. Das 2011 aktuelle Clubhaus, so der Clubmarshall, ist eine Übergangslösung, bis das geplante Hotel fertiggestellt ist – dann wird es direkt dort untergebracht werden. Aber auch der jetzige nicht üppige Bau ist schick, luftig, hell und modern. Die Rezeption und der kleine Proshop sind hier integriert, die Terrasse nach der Runde zu besuchen wohl eine nette Pflichtübung. Bei wohlschmeckendem Cappuccino will man hier wohl auch nicht mehr aufstehen, so weitreichend und toll ist die Aussicht über Platz und Strand in Richtung Lagos.

Trainingssessions mit dem Meer im Rücken

Unterhalb des Clubhauses ist die Driving Range zu finden – wenn man es denn weiß. Sofort fällt auch auf, warum es gewünscht war, an der Rezeption die sechs Euro für die Rangebälle zu zahlen: Hier gibt es keinen Ballautomaten. Wer hier trainiert, kauft die Bälle als von den Mitarbeitern aufgetürmte Pyramide. Grüns in unterschiedlichen Entfernungen, die durch Bunker flankiert sind, lassen das Einschlagen Spaß machen – obwohl das Ballsammelfahrzeug als mobiles Ziel wie in einer Schießbude auch herausfordernd ist …

Ob es nun wirklich Absicht war oder nicht, sei dahingestellt. Wer an den Rangeabschlägen steht, schlägt einen Hügel hinauf. Erst beim Verlassen des Areals fiel der Blick in die andere Richtung – direkt hinunter zum Strand mit dem blauen Meer im Hintergrund. Dass diese schöne Aussicht wohl den motivierten Trainingsbetrieb verhindern würde, ist eindeutig.

Jones Platzdesign als Maßanzug

Platzarchitekt ist nicht gleich Platzarchitekt, denn jeder hat andere Präferenzen. Trent Jones Jr., der beauftragt wurde, dem Palmares ein völlig neues Gesicht zu geben, ist mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung bekannt dafür, möglichst wenig an der natürlichen Geländestruktur verändern zu wollen. Der Einsatz schweren Gerätes ist ihm fast verpönt. Begeistert von dem hier naturgegebenen Auf und Ab sowie der direkten Strandnähe konnte er seine Spielbahnen einfach durchs Terrain fließen lassen und war erfreut, so den drei 9-Loch Schleifen einen jeweils anderen Grundcharakter geben zu können.

Die Bahn 5 wirkt vom erhöhten Abschlag knifflig und wenig verzeihend

Die Bahn 5 wirkt vom erhöhten Abschlag knifflig und wenig verzeihend

Die Löcher 1 bis 9 bilden den „Alvor“-Kurs, der mit einem griffigen und etwas aufwärts verlaufenden Par 4 startet. Auf der Bahn 2, einem mit 190 Metern üppigen Par 3, ist ein sich im weiteren Verlauf wiederholender und typischer Trent Jones-Fingerabdruck zu sehen: Gern baut er neben oder hinter das Grün eine kompakte und kurzgeschorene Auslaufzone für Bälle, die das Grün nicht treffen – oder dort zu schnell unterwegs sind. Gefühlvolles Chippen ist dann angesagt.

Traumhafte Ausblicke vom Abschlag der deutlich abwärts durch ein kleines Tal führenden Bahn 4 des Alvor-Kurses

Traumhafte Ausblicke vom Abschlag der deutlich abwärts durch ein kleines Tal führenden Bahn 4 des Alvor-Kurses

Auf dem 4. Tee angekommen erklärt sich, warum dieser Part den Namen „Alvor“ bekam. Ein grandioser Ausblick über die zum Greifen nahe Flußmündung des Ribeira de Odiáxere zum Ort Alvor dieses überdeutlich abfallenden und von Pinien flankierten Par 5 mit mehr als 500 Metern Länge belohnt schon vor dem Abschlag. Die scharf geschnittenen Bunker kommen erst weit unten ins Spiel, das Grün verzeiht keine Fehlplatzierung des Balles aufgrund seiner Größe samt Ondulierung. Auch vom Folgeabschlag der 5. Bahn sind tolle Ausblicke gegeben, obwohl den Spieler auf der hochliegenden Teebox sicher das gefühlt sehr entfernt beginnende Fairway nervös macht – das langgezogene Waste Area dazwischen verschlingt gern getoppte Bälle. Wer jedoch die Bahn trifft, profitiert vom fallenden Gelände und legt sonst vielleicht auch mal unübliche 250 Meter Distanz vom Abschlag zurück. Nach der Bahn 7, einem durch hohe Gräser und gern seitlichen Winden griffigen Par 3 in anklingendem Links-Style, geht es über gewundene Fairways und die toll angelegten Grüns wieder hinauf zum Clubhaus.

„Lagos“ ist der Eigenname für die (beim Besuch 2011 nicht bespielten, da aus Pflegegründen gesperrten) Spielbahnen 10 bis 18. Hier befinden sich dann auch die einzigen beiden Wasserhindernisse des ganzen Platzes. Zu Beginn spielt man in Parkland Course-Umgebung, bekommt aber spätestens auf der 17 einen ersten Eindruck, wie die dann folgenden Links Löcher von Palmares aussehen werden.

Links wie in Schottland – nur wärmer

Als weiteres Highlight des Platzes präsentieren sich dann die Bahnen 19 bis 27, die auf den treffenden Namen „Praia“ (portug.: Strand) getauft wurden. Nach dem Start auf der 19. Bahn, einem abfallenden Par 4 als Dogleg, folgt nach Unterquerung einer Bahntrasse das Eintauchen in eine kleine Welt ganz anderen Charakters. Als Auftakt der vier direkt hinter den Stranddünen verlaufenden Löcher steht der Erstbesucher des Platzes sicher so dumm da, wie man es sich auf schottischen Linksplätzen vorstellt: Wo geht es jetzt eigentlich entlang? Buckel, dichtes Dünengras links wie rechts und ein weicher Übergang zwischen zwei verschiedenen Fairways rufen diese Unschlüssigkeit hervor. Zwei Par 5- und zwei Par 3-Bahnen warten in diesem speziellen Stil darauf, ein wenig das Gefühl eines Links Courses zu vermitteln – was sie auch schaffen. Sogar die seitlichen Winde, hier vom Atlantik fast immer präsent, untermauern das Trent Jones-Special im Platzdesign. Es ist nicht leicht hier unten, denn wer stark streut kann gleich nachladen. Neben der Bahn 22, die mit 506 Metern von Gelb im Verlauf einer hingeworfenen, sehr weichgekochten Spaghettinudel gleicht, lässt der Blick vom 23. Tee kleine Fragezeichen auf der Stirn erscheinen.

Ein Blick zurück zu den gelben und weißen Abschlägen der Bahn 23

Ein Blick zurück zu den gelben und weißen Abschlägen der Bahn 23

Der Weg zum Abschlag dieses Par 3 wirkt wie ein begrünter Trampelpfad, den ein Betrunkener angelegt haben könnte. Nach dem Aufteen des Balles scheint das 160 Meter entfernte Grün (198 m von Weiß) nur so winzig wie eine Briefmarke. Aber keine Angst, denn der Architekt hat hier gnädige Auslaufzonen spendiert. Nach erneutem Durchschreiten des Bahntunnels folgen aber nun keine Parklandlöcher, sondern weiterhin sehr ansehnliche fast freiliegende Spielbahnen. Auf der 26 etwa, einem nur 105 Meter kurzen Par 3, ist Zielwasser gefragt, um nicht im tiefen Rough oder einem Bunker mit sehr steiler Flanke zum Grün zu landen. Das letzte Loch des Praia Course führt als entspannt übersichtliches Par 5 in weitem Bogen bergauf zum Clubhaus – hier wartet als Finale ein bunkerbewehrtes und sehr langes Grün.

Onyria Palmares: ein Must Play-Course der Algarve

Wer noch das alte (18-Loch) Platzlayout von Palmares kennt, sollte es gleich vergessen. Ich kannte es noch aus dem Jahr 2000, meiner erweiterten golferischen Anfangszeit. Der Totalumbau auf die neuen drei 9-Loch Kurse ließ nichts unangetastet. Von den hohen Investitionskosten, die hier wirklich gut angelegt sind, blieb auch noch etwas übrig, um die Platzbewässerung mit einer computergesteuerten und ressourcenschonenden Anlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Da jedoch auch ein Computer nicht unbedingt alle Einflüsse des hier oft herrschenden Windes kennt, werden so mitunter Flächen bewässert, die es gar nicht nötig haben.

Der weitreichende Blick vom Clubhaus über die in Richtung des Strandes Meia Praia gelegenen Linkslöcher des Praia-Kurses

Der weitreichende Blick vom Clubhaus über die in Richtung des Strandes Meia Praia gelegenen Linkslöcher des Praia-Kurses

Mr. Trent Jones II hat in die hier abwechslungsreiche Geländestruktur einen Platz eingepasst, den es wirklich lohnt, zu spielen. Die Pflegequalität der Fairways und Grüns waren, und das sogar im Sommer, ein Genuß. Als Beigabe erhält der Besucher tolle Ausblicke ins Umland und über das Meer – und das sogar von den meisten Spielbahnen des Platzes. Ein wenig an Spielfertigkeit sollte ein Gast jedoch mitbringen, denn an vielen Stellen fordert die Architektur nach gutem Course Management oder etwas längeren Schlägen. Die in Strandnähe liegenden Linkslöcher geben dem Platz einen Touch von Exotik – denn diese Art der Bahnenauslegung ist ziemlich untypisch für die Algarve.

Sehr idyllisch gelegen präsentiert sich auch das Grün der Bahn 5

Sehr idyllisch gelegen präsentiert sich auch das Grün der Bahn 5

Das nette, kompakte Clubhaus wird zwar in absehbarer Zeit verschwinden und dem modernen Pendant, das im Neubau des Hotels untergebracht wird, weichen. Doch eines bleibt sicher übrig: Weite Ausblicke über den tiefblauen Atlantik, in Richtung Lagos und die typisch rötlichen, schroffen Klippen in der Ferne – träumen erlaubt, denn das macht auch eine nicht so gute Runde auf dem schönen Platz leicht verschmerzbar.


An dieser Stelle gilt noch einmal dem Golfdirektor Nuno Gonçalves der Dank für das informative Gespräch vor Ort. Ihn traf ich zwei Jahre zuvor als Golfdirektor des damals brandneuen Platzes Laranjal im Quinta do Lago Resort, der sich der Aufgabe widmete, Palmares ins rechte Licht zu rücken. Jetzt, im Jahre 2012, kehrte Gonçalves wieder zu seiner vorherigen Wirkungsstätte zurück und macht im QdL Resort weiter, wo er aufhörte.

Luftaufnahme Video: Onyria Palmares



Platzdaten

Onyria Palmares Beach & Golf Resort
Monte Palmares, Meia Praia
8601-901 Lagos
Portugal

Tel.: +351 282 790 500
Fax: +351 282 790 509

Website: www.onyriapalmares.com

Platzdesign: Frank Pennink, Redesign: Robert Trent Jones II (2010/2011)

Hcp-Beschränkungen: H 28, D 36

Die drei 9-Loch Kurse können beliebig kombiniert werden. Reservierung von Startzeiten empfohlen. CR und Slope: noch nicht bekannt.



Fotos: Thomas Klages

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Startzeiten für Spontangolfer http://www.amateurgolfer.info/2012/10/20/startzeiten-fur-spontangolfer/ Sat, 20 Oct 2012 16:04:25 +0000 http://wpblog.amateurgolfer.info/?p=203
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Lage des Golfplatzes über die Landkartenansicht in der App – JTTWer mit dem Golfbag unterwegs auf Gran Canaria, der spanischen Costa del Sol, auf Madeira oder an der Algarve plötzlich Lust bekommt, eine weitere Runde Golf zu spielen, kann sich schnell selbst helfen. Besitzern von Smartphones steht die mobile Anwendung von „Just Tee Times“ im Android-Market oder dem iTunes-Store kostenfrei zum Herunterladen zur Verfügung. Nach Eingabe des Wunschdatums im Zielgebiet kann der Favorit aus einer Liste von Golfplätzen gewählt werden. Daten, Fotos und sogar Videos zum Platz bieten neben der Position in einer Landkarte weitere Entscheidungshilfen. Nach Anzeige der teils rabattierten Greenfees für ein oder mehrere Spieler kann die Startzeit unmittelbar gebucht und per Kreditkarte bezahlt werden. Der bestätigte Voucher zur Vorlage an der Clubrezeption wird auf dem Telefon gespeichert oder kann direkt aus der Anwendung an den Club weitergeleitet werden.

Diesen Anbieter empfehle ich wirklich persönlich und bitte, dies nicht als werblich zu sehen. Nach meinen Startzeitenbuchungen in den Sommermonaten 2011 und 2012 war ich mehr als zufrieden mit meinen Preisen und Startzeiten auf den gewählten Plätzen an der Algarve – durch JTT bestätigt und umgesetzt.

Direkter Link zum Anbieter „Just Tee Times“, der die Buchungen vornimmt: http://www.justteetimes.com/mobile

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Deutschland bietet genügend Auswahl http://www.amateurgolfer.info/2012/10/17/deutschland-bietet-genugend-auswahl/ Wed, 17 Oct 2012 20:53:59 +0000 http://wpblog.amateurgolfer.info/?p=60 Schon deutlich über 700 Golfplätze in Deutschland sollten fast jedem die Möglichkeit geben, in der seiner Nähe ein passendes Vergnügungsterrain zu finden. Zwar gibt es noch weiße Flecken, doch vielleicht verschwinden auch die über kurz oder lang.

Eine recht umfassende Übersicht – auch über die geografische Lage – ist z.B. im Golfguide Deutschland zu finden.

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Unterwegs auf den Golfplätzen http://www.amateurgolfer.info/2012/10/15/54/ Mon, 15 Oct 2012 17:44:30 +0000 http://wpblog.amateurgolfer.info/?p=54
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In dieser Kategorie „Golfplätze“ sind meine persönlich gemachten Erfahrungen und Erlebnisse auf Golfplätzen zu finden. Hat es Spaß gemacht, war das Greenfee zu hoch, sind die Leute vor Ort nett gewesen?

All dieses gilt für Plätze, die ich aufgrund meines Wohnorts hauptsächlich in Deutschland besucht habe. Wenn ich (bzw. wir) reisen, sind wir vorzugsweise in Europa unterwegs, wobei Portugal bei der Kombination Urlaub und Golf besonders im Sommer erste Wahl ist. Alle anderen Plätze, die eben nicht in Deutschland oder Europa lagen, sind in der pauschalen Kategorie Welt zu finden – ohne überheblich zu wirken oder weitgereist erscheinen zu wollen.

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